Miteinander !
Differenzieren statt Polarisieren
Zuhören - Abwarten - Lösung finden
Rassismus
Eigentlich überflüssig zu betonen, dass alle Menschen gleich (viel wert) sind.
Nicht die Hautfarbe entscheidet über klug oder dumm. Nicht die Herkunft bestimmt die Moral. Nicht das Geschlecht entscheidet über Macht oder Ohnmacht. Nicht die Religion definiert den besseren Menschen.
Trotz aller kultureller Unterschiede, es zählt das Individuum und der Einzelfall.
Der Mensch neigt zur Abgrenzung, das fängt schon beim Bruder und beim Nachbardorf an.
Manchmal hilft es, das andersartige Individuum kennenzulernen. In Kontakt treten, sich über Unterschiede austauschen. Nicht in der selbstgewählten Blase, sondern im echten Leben.
Rassismus ist für mich die traurigste und gleichzeitig abscheulichste Form der Einsamkeit und Empathielosigkeit. Er ist völlig nutzlos, kostet Energie, Lebensfreude und macht mich ratlos.
Libertarismus
Ein Kernthema meines Romans.
Dieser sieht den Staat als übergriffig oder überflüssig an. Jedes Individium sei am Ende für sich selbst verantwortlich und frei. Alles - außer Gewalt gegen Andere - ist erlaubt und muss selbst verantwortet werden. Der Markt regelt alles.
Das ist eine gefährliche Illusion. In keiner Gesellschaftsform schafft es der Mensch, gewaltfrei zu sein. Und immer sucht er nach organisierter Gemeinschaft (Familie, Clique, Dorf, Region, Nation). Und immer wieder stellt er sich hierzu Regeln auf.
Und wie definiert sich denn Gewalt? Darf ich beleidigen, diskriminieren, betrügen, lügen, ausnutzen? Darf ich rücksichtlos Kinder, Kranke, Schwache gefährden?
Die mächtigsten Protagonisten des Libertarismus sind Multi-Milliardäre. Unfassbar reiche Menschen, die gerne keine Steuern zahlen würden.
Schulen? Infrastruktur? Gesundheits- und Altersversorgung? Das alles brauchen sie nicht, sie kaufen es sich einfach.
Individueller Egoismus kann keine Lösung sein, das ist keine Freiheit, das ist einfach nur gnadenloser Machtkampf.
Religionen
Egal ob die drei monotheistischen Weltreligionen, ob Hinduismus, Buddhismus oder andere Religionsformen, sie sind wichtig für die Menschen. Sie sind Stütze im Alltag, Hoffnung in der Not und Leitbild in moralischen Fragen, wenn...
Wenn nicht die Konkurrenz der Religionen und die Versuchung der Macht und Manipulation wären. In der Grundmoral der Religionen gibt es erstaunlich viel Gemeinsames. Und doch hat es die Menschheit immer wieder geschafft, sich im Namen der Religion gegenseitig zu bekämpfen, im Inneren, wie auch nach außen. Und tut es heute noch.
Wie wohltuend der aktuelle Einsatz unserer christlichen Kirchen gegen Rechtspopulismus und Rassismus, aber auch für den Schutz von Minderheiten.
Auch bei den Religionen gilt: Der Kern ist Gemeinschaft. Gegenseitige Unterstützung. Aber bitte nicht gegen Andersgläubige oder anders Denkende.
Man muss nicht an (einen) Gott glauben, um Respekt vor der Leistung sowie Sympathie für die Inbrunst praktizierender Gläubiger zu haben.
Liberale Demokratie
Ja, die Welt, die Staaten und auch die einzelnen Menschen sind oft genug weder gerecht noch fair. Und doch stehe ich jeden Morgen auf, sehe schon gleich den ersten liebevollen Menschen direkt neben mir, meine Frau Annette und dann den Tag über viele, viele wunderbare Begleiter.
Die Verkäuferin, den Nachbarn, meinen Freund, Kinder auf dem Weg zur Schule, die Apothekerin, den Lehrer, unsere Enkel, die Försterin und dann weiß ich es wieder: Unser Staat, unser Gemeinwesen ist nicht unsere Rettung, aber ohne ihn sind die Gutwilligen machtlos.
In unserem wunderbaren Land ist der Humanismus und die christliche Lehre Grundlage unseres Grundgesetzes, unseres Gemeinwesens. Das kleinzureden wird unserer Lebensqualität nicht gerecht. Und natürlich gibt es jede Menge zu verbessern, heute, morgen, immer wieder.
Der Kompromiss ist mühselig und nervig, doch ohne ihn siegt immer nur der Stärkere. Gesetze sind oft unverständlich, gängeln uns und lähmen mitunter, doch ohne dieses Gerüst nehmen sich die Rücksichtslosen alles. Jetzt tricksen sie nur, das reicht doch schon. Mag unser System knorrig sein: Gewaltenteilung, Föderalismus, Subsidiarität, Parteiendemokratie, NGOs und Ehrenamt, usw. Es ist wert, es zu erhalten.
Mein Guyendea ist eine hoffnungslos naive Utopie: Kein Töten, keine Jäger, keine Gejagten, Gemeinschaft aller Lebewesen, in Gedanken verbunden. Ist sie auch noch so unrealistisch, es ist allein schön, sich vorzustellen, man wäre nur einmal dort.